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Kirchen und Kapellen

Die Kirchen in Amtzell prägen das Ortsbild und spiegeln die lange religiöse und kulturelle Tradition der Gemeinde im Landkreis Ravensburg wider. Sie sind Orte des Glaubens und gleichzeitig auch bedeutende Zeugnisse regionaler Bau- und Kunstgeschichte.

Die Gotteshäuser wurden im Laufe der Zeit mehrfach restauriert und verbinden historische Bausubstanz mit späteren architektonischen Elementen. Gemeinsam bilden sie ein vielfältiges kirchliches Ensemble, das bis heute das kulturelle und soziale Leben in Amtzell mitprägt.

Die katholische Pfarrkirche St. Johannes und Mauritius in der Ortsmitte von Amtzell wurde erstmals 1236 urkundlich erwähnt und prägt seitdem das Ortsbild. Ursprünglich als gotische Kirche errichtet, wurde sie im Laufe der Jahrhunderte mehrfach erweitert und umgestaltet. Ein gotischer Schlussstein von 1474 erinnert noch heute an diese Bauphase. Die heutige Innenausstattung ist vor allem durch die barocke Umgestaltung im 17. Jahrhundert geprägt.
Im Inneren befinden sich bedeutende kirchenhistorische Kunstwerke, darunter ein romanischer Taufstein, eine Marientodgruppe sowie Holzfiguren aus der Barockzeit. Ein Steinepitaph erinnert an Joachim von Sirgenstein, der 1588 verstarb.
Die Kirche wurde in den Jahren 1972 bis 1974 umfassend renoviert und ist bis heute Mittelpunkt des kirchlichen Lebens in Amtzell.

Die Kirche in Pfärrich geht ursprünglich auf eine gotische Bauanlage zurück und wurde nach dem Dreißigjährigen Krieg im frühbarocken Stil erweitert. Altarweihen sind für die Jahre 1386 und 1663 dokumentiert und belegen die lange liturgische Nutzung des Kirchenstandorts.
Im Inneren befinden sich bedeutende Kunst- und Andachtswerke, die die wechselvolle Bau- und Glaubensgeschichte widerspiegeln. Besonders hervorzuheben ist der Hochaltar von 1716 mit dem Gnadenbild von Pfärrich sowie eine Darstellung der Schmerzensmutter unter dem Kreuz (um 1450), die zu den älteren erhaltenen Bildwerken zählt.
Zahlreiche barocke Holzfiguren prägen das Kircheninnere und verleihen ihm seine charakteristische Ausstattung. Ergänzt wird dies durch einen Kreuzweg von 1735 sowie verschiedene Steinepitaphe, die an bedeutende Personen und Ereignisse der Kirchengeschichte erinnern.
Votivtafeln und weitere Zeugnisse gelebter Frömmigkeit unterstreichen die Bedeutung der Kirche als einer der ältesten Marienwallfahrtsorte der Diözese Rottenburg.

Die Kapelle wurde erstmals 1468 urkundlich erwähnt und gilt seit Jahrhunderten als prägendes Wahrzeichen des Dorfes. Der heutige Bau geht auf das Jahr 1685 zurück und bewahrt in seiner schlichten, historischen Form den Charakter eines traditionellen Andachtsortes.
Bemerkenswert ist das Glöcklein, das bereits 1660 in Lindau gegossen wurde und bis heute den Klang der Kapelle bestimmt.
Auch heute ist die Kapelle regelmäßig Ziel von Mai- und Bittandachten, die die lange Tradition der Volksfrömmigkeit in der Region fortführen.
Vor dem Gebäude befindet sich eine Informationstafel, die nicht nur die Geschichte der Kapelle erläutert, sondern auch auf das beeindruckende Alpenpanorama hinweist, das sich von diesem Standort aus eröffnet.

Durch den Zuzug vieler Flüchtlinge und Heimatvertriebener nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges stieg die Zahl der evangelischen Bürgerinnen und Bürger in Amtzell und Schomburg deutlich an. Aus diesem Wachstum heraus entwickelte sich der Wunsch nach einer eigenen kirchlichen Heimat.
Die Evangelische Kirche wurde daraufhin von den Gemeindegliedern in großer Eigenleistung erbaut und an Pfingsten 1960 feierlich eingeweiht. Sie steht damit auch für den gemeinschaftlichen Aufbauwillen der damaligen Zeit.
Der direkt angeschlossene Gemeindesaal ergänzt die Kirche funktional und bietet bis heute Raum für Jugendarbeit, Gruppenstunden sowie verschiedene kirchliche und kulturelle Veranstaltungen. Dadurch ist die Kirche nicht nur Gottesdienstort, sondern auch ein Zentrum des Gemeindelebens.