Historische Gebäude und Werkstätten in Amtzell
Die historischen Gebäude und Werkstätten in Amtzell erzählen von der Wirtschafts- und Alltagsgeschichte der Region und zeigen eindrucksvoll die frühere Nutzung der Wasserkraft. Eingebettet in die reizvolle Endmoränenlandschaft rund um Amtzell befinden sich die technischen Denkmale bis heute an ihrem ursprünglichen Standort.
Dank des großen ehrenamtlichen Engagements sowie der Unterstützung durch die Gemeinde und den Landkreis konnten mehrere historische Anlagen in ihrem ursprünglichen Zustand erhalten werden. Originale Maschinen, Werkzeuge, Möbel und Alltagsgegenstände vermitteln dabei einen authentischen Einblick in das Leben und Arbeiten vergangener Zeiten.
Bereits besichtigt werden können die Hammerschmiede Vogler und die Reibeisenmühle. Die Alte Säge bei der Hagmühle – ein ehemaliges wassergetriebenes Sägewerk mit Hochgangsäge – wird ebenfalls für Besucher geöffnet. Die Alte Käserei Pfärricher Höfe wurde durch die 1913 gegründeten Milchgenossenschaft erbaut und bis 1968 betrieben.
Führungen für Gruppen sind nach Vereinbarung jederzeit möglich. Gerne unterstützen wir Sie auch bei Ihrer Ausflugsplanung mit weiteren Informationen und Kartenmaterial.
Bitte beachten Sie: Einzelbesuche sind ausschließlich im Rahmen öffentlicher Führungen möglich, da die Gebäude nur in Begleitung geschulter Führer besichtigt werden können. Öffentliche Führungstermine erhalten Sie auf Anfrage.
Die Hammerschmiede Vogler gehört zu den bedeutendsten historischen Werkstätten in Amtzell und stammt aus dem 18. Jahrhundert; ein schmiedeeiserner Hammer trägt die Jahreszahl 1818. Die Anlage wird von einem mittelschlächtigen Wasserrad angetrieben, das über einen kleinen Stauweiher gespeist wird. Die Werkstatt ist in weiten Teilen original erhalten und zeigt unter anderem Schmiedeessen, ein Hammergestell mit wasserbetriebenen Fallhämmern sowie zahlreiche historische Werkzeuge.
Führungen vermitteln anschaulich den Arbeitsalltag des traditionellen Schmiedehandwerks und lassen die historischen Arbeitsabläufe lebendig werden.
Die Hammerschmiede wurde 1982 umfassend restauriert und kann nach Voranmeldung im Rahmen von Gruppenführungen besichtigt werden.
Die Reibeisenmühle wurde erstmals 1282 als Blasermühle erwähnt und befand sich rund 500 Jahre im Besitz des Klosters Weingarten. Seit 1653 trägt sie ihren heutigen Namen. Der heutige Gebäudebestand stammt aus dem Jahr 1711, der Mühlenbetrieb wurde 1939 eingestellt.
Die Anlage ist in ihrer technischen Ausstattung weitgehend vollständig erhalten und vermittelt ein eindrucksvolles Bild der historischen Getreideverarbeitung. Dazu gehören unter anderem Mahl- und Walzenstühle, ein Schwarzstaubzylinder sowie eine Grießputzmaschine. Angetrieben wird die Mühle durch ein oberschlächtiges Wasserrad, das vom Rohnebach gespeist wird.
Eine umfassenden Sanierung erfolgte in den Jahren 1981/82. Der ehemalige Wohntrakt ist seit 2006 als „Lebendiges Museum“ zugänglich und zeigt original erhaltene Wohnräume der früheren Betreiberfamilie.
Besichtigungen sind im Rahmen von Führungen nach Voranmeldung möglich.
Das Sägewerk Hagmühle wurde erstmals 1721 urkundlich erwähnt und gehört zu den historischen technischen Anlagen am Karbach. Seit 1865 befand es sich im Besitz der Familie Birk, die den Betrieb über mehrere Generationen führte; der letzte Betreiber, Otto Birk, arbeitete hier bis 1984.
Die Anlage ist als wasserbetriebenes Hochgang-Sägewerk erhalten geblieben. Ein mittelschlächtiges Wasserrad trieb über Transmissionen sowohl die Hochgangsäge als auch eine Kreissäge an; die Kraftübertragung befindet sich im Untergeschoss.
Im Inneren ist die ursprüngliche Struktur weitgehend erhalten, einschließlich einer kleinen Sägerkammer, die als einziger beheizbarer Raum diente und die einfachen Arbeitsbedingungen verdeutlicht.
1998 erwarb die Gemeinde Amtzell das Sägewerk und restaurierte die Hochgangsäge. Bei Führungen wird das Sägewerk in Betrieb gezeigt und vermittelt einen anschaulichen Eindruck der historischen Holzverarbeitung.
Im Jahr 1913 wurde die Käserei Pfärricher Höfe von einer Milchgenossenschaft gegründet. Aufgrund der fortlaufenden Technisierung der Produktion musste die Käserei 1968 ihren Betrieb einstellen. Zuletzt war sie im Besitz der Käserfamilie Röck. 1997 erwarb die Gemeinde Amtzell die stillgelegte Käserei. Das Gebäude wurde 2005 renoviert. Die ehemalige Wohnung der Käserfamilie ist derzeit vermietet. Es ist vorgesehen das Gebäude der Käserei zu sanieren, um dann Teil des Denkmalpfads Amtzell zu werden.
Denkmalpfad Amtzell
Drei Runden führen Wanderbegeisterte vorbei an interessanten historischen Gebäuden und Besonderheiten der Gemeinde. Sie geben Einblicke in geschichtliche Hintergründe sowie die Entstehung der Voralpenlandschaft und bieten herrliche Ausblicke, mit etwas Glück bis zu den Alpen.
Mit dem jeweiligen QR-Code an den Stationen stehen Ihnen auf Ihrem mobilen Endgerät weitere Informationen zum Standort mit Texten und Bildern oder zu Wanderrouten zur Verfügung.
Weitere Informationen unter Denkmalpfad - Amtzell.